The Death of Graffiti

The Death of Graffiti

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The Death of Graffiti
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18 Thesen hat Oliver Kuhnert in „The Death of Graffiti“ zum vermeintlichen Tod von Graffiti niedergeschrieben. In seiner Fundamentalkritik benennt er Unzulänglichkeiten und Missverständnisse vor allem in der Selbstwahrnehmung von Graffitisten unter dem „Deckmantel von Autonomie, Idealismus und Kreativität“. Das Hauptaugenmerk wurde vom Autor dabei auf Stylewriting gelegt.

Ohne konkrete Beispiele zu nennen, beklagt der Autor eine zunehmende ästhetische Vereinheitlichung, Homogenisierung und Stagnation in der Entwicklung der Motive. Er unterstellt Einfallslosigkeit, gedankenloses Handeln und das Fehlen einer wirklichen Avantgarde – beherrschend seien Traditionalismus und bestimmte Modeströmungen.

Kuhnert bemängelt jedoch nicht nur ästhetische Standards, sondern stellt auch das Selbstbild der meisten Writer in Frage: „In Interviews bzw. Selbstdarstellungen geben sich die Graffitisten gern gesellschaftskritisch. Sie wenden sich gegen das kapitalistische Besitzdenken und Konsumverhalten, gegen die Monotonie im Alltags- und Berufsleben, gegen den Überwachungsstaat sowie gegen jegliche Norm- und Regelhörigkeit. […] Allerdings ist ihre Kritik oft klischeebeladen, undifferenziert und populistisch.“

33 vermeintlich reflektierte szeneangehörige und szenenahe Autorinnen und Autoren diente Kuhnerts Abgesang als Grundlage für ihre Antworten. Obgleich die verfasste Kritik zumeist kaum im Sinne des Initiators kritisch, sachlich und konstruktiv beantwortet wurde, liegt der womöglich größte Wert von The Death of Graffiti in den Erwiderungen auf seinen Text.

So finden sich in dem Diskursheft unterschiedlichste Reaktionen wieder. Von persönlichen Anfeindungen bis hin zu lediglich halbseitigen Statements, die in keiner Beziehung zum Ausgangstext zu stehen scheinen. Unabhängig davon ob man die in Teilen verallgemeinernde und subjektive Kritik von Oliver Kuhnert teilt oder nicht, zeigen die diversen, oft emotionalen und harschen Antworten, dass hier ein Nerv getroffen wurde.

Ob sich aus The Death of Graffiti eine tatsächliche Diskussion und Selbstreflektion wie vom Autor erhofft ergibt, ist offen. Sicher ist jedoch, dass es sich hierbei um das unterhaltsamste und interessanteste Textwerk zu Graffiti und Stylewriting der letzten Jahre handelt. Ob dies durch die Einblicke in die Denkweise der Autoren oder durch deren Enttarnung nach Kuhnert geschieht, bleibt dem Leser im Einzelfall selbst überlassen.

Mit Beiträgen von David Alexander, Tobias Barenthin Lindblad, Thomas Bratzke, BROM, CLINT 176, Paul Vector Codierer, Christian Driesen, Paul Luis Fechter, Lukas Fuchsgruber, Allan Gretzki, Frank Hartmann, HIDDEN INDEXES, Ilaria Hoppe, ID33, Dmitry Ilko, Matze Jung, Moritz Klein, Jule Köhler, Bianca Ludewig, Markus Mai, Christoph May, Peter Michalski, Tobias Morawski, Joachim Penzel, Sandra Rummler, SADE, Willi Schmudde, Paul Schweizer, Jenz Steiner, Josef Streichholz, Barbara Uduwerella, Eric Winkler & Georg Zolchow.

***An english translation of the mainthesis “The Death of Graffiti” and the answer of Paul Luis Fechter you can find in „Death and Afterlife of Graffiti“.***

352 pages, 14 x 22,5 cm, Softcover with dust jacket
Language: German
Release date: September 2017
Publisher: Possible Books

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